Preußens Wilder Westen: Wie war dat eigentlich 1875 im Ruhrgebiet? - Historiker Prof. Dr. Nicolai Hannig zu Gast bei der Volkshochschule Gelsenkirchen
GE. Gelsenkirchen vor 150 Jahren: Von einem „Ruhrgebiet“ war noch kaum die Rede, doch die Region befand sich bereits mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Auf zuvor dünn besiedeltem, agrarisch geprägtem Land entstand innerhalb weniger Jahrzehnte ein dicht besiedelter schwerindustrieller Ballungsraum. Wie sich dieser Wandel auf das Leben der Menschen auswirkte und wie „wild“ und widersprüchlich die Lebenswelt im Gelsenkirchen des Jahres 1875 tatsächlich war, beleuchtet Prof. Dr. Nicolai Hannig am Dienstag, 6. Oktober, um 19 Uhr in einem Vortrag der Volkshochschule Gelsenkirchen, der in Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte angeboten wird.
Unter dem Titel „Preußens Wilder Westen – wie war dat eigentlich 1875 im Ruhrgebiet?“ nimmt der Historiker das Alltagsleben im damaligen Rheinisch-Westfälischen Industriebezirk in den Blick. Dabei geht es nicht nur um die rasante Industrialisierung, sondern ebenso um Arbeit und Freizeit, Lebenswelten und Erfahrungen, Kultur und Religion. Der Vortrag zeigt eine Region im Umbruch, in der soziale Regeln, Traditionen und neue Lebensformen aufeinandertrafen und sich eine ganz eigene Gesellschaft entwickelte.
Prof. Dr. Nicolai Hannig, geboren in Bochum, ist Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Darmstadt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem die deutsche und europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Umwelt- und Stadtgeschichte. 2025 war Hannig gemeinsam mit Ute Schneider Herausgeber des ersten Bandes der „Geschichte des Ruhrgebiets“, der die Entwicklung des Rheinisch-Westfälischen Industriebezirks bis 1914 in den Blick nimmt.
Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zu Fragen und Diskussion. Die Veranstaltung findet im Bildungszentrum, Ebertstraße 19, Raum 207, statt. Der Eintritt ist frei. Eine vorherige Anmeldung unter www.vhs-gelsenkirchen.de (Kursnummer 1004) ist erwünscht.
Quelle: Stadt Gelsenkirchen. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗