Erinnerung an die Opfer der Deportation der Gelsenkirchener Sinti und Roma nach Auschwitz im Jahr 1943 - Einladung zur Gedenkveranstaltung am Dienstag, 22. September, 17 Uhr
GE. Seit 2023 lädt die Stadt Gelsenkirchen jährlich zu einer Gedenkveranstaltung ein, um an die Opfer der Deportation der Gelsenkirchener Sinti und Roma nach Auschwitz zu erinnern – so auch in diesem Jahr. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Landesverband Deutscher Sinti NRW e.V. Gelsenkirchen durchgeführt.
Das Gedenken findet statt am
Dienstag, 22. September 2025, um 17 Uhr
auf dem Rosa-Böhmer-Platz in Gelsenkirchen.
Rosa Böhmer, die Namensgeberin des Platzes gegenüber des Hans-Sachs-Hauses, wurde in Gelsenkirchen-Schalke geboren. Am 22. September wäre sie 83 Jahre alt geworden. Ihre Familie gehörte zur Minderheit der Sinti. Sie lebten auf engstem Raum und in dürftigen Verhältnissen, unter ständiger Kontrolle. Ihr Vater Karl Böhmer starb am 9. Dezember 1941 im Konzentrationslager Niederhagen-Wewelsburg.
Am 10. März 1943 wurde Rosa Böhmer mit ihrer Mutter und ihren acht Geschwistern abgeholt und mit einem Sammeltransport von insgesamt 66 Personen – Männer, Frauen und Kinder – nach Auschwitz deportiert. Nur zwei Menschen dieses Transports überlebten.
Die neunjährige Rosa Böhmer starb am 13. August 1943. Niemand aus ihrer Familie hat überlebt.
Rosa Böhmers Geschichte steht stellvertretend für das Schicksal der Sinti und Roma in Europa, unter ihnen über 300 Menschen aus Gelsenkirchen, die unter dem Rassenwahn der Nationalsozialisten litten. Hunderttausende wurden deportiert, bis zu einer halben Million Angehörige dieser Minderheit wurden in Vernichtungslagern ermordet.
Die Gelsenkirchener Öffentlichkeit ist herzlich zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung eingeladen.
An Rosa-Böhmer erinnert seit 2020 der Rosa-Böhmer-Platz in Gelsenkirchen. Über ihr Schicksal und das ihrer Familie informiert eine Erinnerungsorte-Tafel des ISG.
Fotos sind angefügt.
Quelle: Stadt Gelsenkirchen. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗