Bericht „Hitze und Gesundheit“: Gelsenkirchen stellt sich auf zunehmende Hitzebelastung ein - Stadt wertet Daten zur Hitzeentwicklung und gesundheitlichen Belastung aus / Hitzeaktionsplanung wird weiterentwickelt
GE. Heiße Tage und langanhaltende Hitzeperioden gehören zunehmend auch in Gelsenkirchen zum Alltag. Der jetzt vorliegende Spezialgesundheitsbericht „Hitze und Gesundheit“ des Referates Gesundheit der Stadt Gelsenkirchen zeigt die Entwicklung der Hitzebelastung auf, beschreibt besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen und gibt einen Überblick über bestehende und geplante Maßnahmen zum Schutz vor gesundheitlichen Folgen von Hitze.
Extreme Hitze wird wahrscheinlicher, intensiver und länger
Die Daten, die im Bericht zusammengetragen wurden, belegen, dass die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitzeereignisse in der jüngeren Vergangenheit gestiegen ist und aller Voraussicht nach weiter zunehmen wird. Hitzeperioden werden damit nicht nur häufiger, sondern können auch intensiver und länger andauernd auftreten. Besonders relevant sind dabei neben hohen Temperaturen am Tag auch sogenannte Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt und der Körper sich nachts nur unzureichend erholen kann.
Seit den 2000er Jahren liegen die Jahresdurchschnittstemperaturen auch in Gelsenkirchen nahezu durchgehend über dem langfristigen Mittelwert. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Jahre mit deutlich mehr als durchschnittlich fünf heißen Tagen zu.
„Hitze ist längst nicht mehr nur eine Frage des persönlichen Wohlbefindens, sondern eine ernstzunehmende gesundheitliche Herausforderung. Wir müssen uns darauf einstellen, dass Hitzeperioden häufiger, intensiver und länger werden. Der Gesundheitsschutz muss deshalb ein fester Bestandteil der kommunalen Klimaanpassung sein“, erklärt Marvin Schröder, Leiter des Referates Gesundheit der Stadt Gelsenkirchen.
Hitze belastet besonders Menschen in höherem Alter und mit Vorerkrankungen
Aufmerksamkeit gilt zudem Menschen, die einem besonderen Risiko durch Hitze ausgesetzt sind. Dazu gehören vor allem ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen, Säuglinge und Kleinkinder sowie Schwangere. Auch Menschen mit wenig Geld, ohne Wohnung oder Obdach können Hitze häufig weniger gut ausweichen oder sich vor ihr schützen.
In Gelsenkirchen leben beispielsweise mehr als 55.000 Menschen im Alter von 65 Jahren und älter, darunter mehr als 15.700 Menschen ab 80 Jahren, die es besonders zu schützen gilt.
Ein Schwerpunkt bei der Hitzeaktionsplanung des Referats Gesundheit in Kooperation mit weiteren Stellen in der Verwaltung und Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft liegt derzeit auf der Entwicklung eines „Hitzeaktionsplans 65+“ für ältere Menschen. Darüber hinaus werden im Projekt „Gesundheit im Quartier (GEsiQ)“ unter anderem Unterstützungsstrukturen, ein Hitzetelefon und „kühle“ Spaziergänge in den Stadtteilen Schalke und Bulmke-Hüllen erprobt und weiterentwickelt, in denen viele hitzebetroffene ältere Menschen leben.
Hitzeschutz braucht viele Bausteine
Der Bericht zeigt zugleich: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, gesundheitlichen Folgen von Hitze entgegenzuwirken. Diese reichen von Informationen und Sensibilisierung über Vorträge, Materialien und persönliche Ansprache. Auch Handlungsempfehlungen mit Bezug zu Hitzewarnungen oder zum richtigen Kühlen eigener Räumlichkeiten können helfen bis hin zu umfangreicheren Maßnahmen in Gebäuden sowie langfristigen Veränderungen in Stadtplanung und Bauwesen.
Grundsätzlich umfasst Hitzeschutz sowohl kurzfristige Maßnahmen als auch langfristige Anpassungen. In Gelsenkirchen gibt es bereits unter anderem Informationskampagnen, zielgruppenspezifische Angebote, Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen sowie Maßnahmen zum Ausbau und zur Optimierung von Stadtgrün. Auch Begrünung, Baumbestand, Entsiegelung und temporäre Maßnahmen wie Pergolabänke spielen eine grundlegende Rolle bei der Hitzeanpassung der Stadt.
Bericht als Grundlage für die weitere Arbeit
Der Spezialgesundheitsbericht versteht sich damit nicht als Abschluss, sondern als wichtige Grundlage für die weitere Arbeit am gesundheitsbezogenen Hitzeschutz in Gelsenkirchen. Er macht bestehende Belastungen sichtbar, zeigt bereits umgesetzte Maßnahmen auf und benennt Entwicklungspotenziale.
Der vollständige Berichte steht unter dem Navigationspunkt „Gesundheitskonferenz“ unter www.gelsenkirchen.de/gesundheit zum Abruf bereit.
Quelle: Stadt Gelsenkirchen. Diese Meldung wurde im Wortlaut der herausgebenden Stelle wiedergegeben. Original lesen ↗